Wir wollen Klostermansfeld eine gute Zukunft geben | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Interview mit Frank Ochsner, Bürgermeister der Gemeinde Klostermansfeld

Wir wollen Klostermansfeld eine gute Zukunft geben

Herr Ochsner, die kleine Gemeinde Klostermansfeld mit ihren etwas mehr als 2.000 Einwohnern ist in letzter Zeit immer häufiger in den Medien präsent. Selbst der „SPIEGEL“ fragte kürzlich für ein Interview bei Ihnen an. Woher kommt das große Interesse?
Klostermansfeld hat aktuell 2.152 Einwohner. Dass inzwischen auch überregionale Medien auf uns schauen, liegt vor allem an den Batteriespeicherprojekten im Energiepark. Dort entstehen Anlagen in einer Größenordnung, die weit über unsere Region hinaus Aufmerksamkeit erregen. Wir leben seit Jahrzehnten mit dem Umspannwerk, konnten als Gemeinde wirtschaftlich aber kaum davon profitieren. Mit der Entwicklung des Energieparks kann sich das ändern.

Hinzu kommt das Interesse daran, wie Kommunalpolitik vor Ort funktioniert. Ich bin parteilos und habe immer gesagt: Für mich zählt, ob ein Vorschlag gut für Klostermansfeld und seine Menschen ist. Wer ihn einbringt, ist für mich zweitrangig. Mir geht es um Sachpolitik und ein vernünftiges Miteinander.

Ein schönes Dorfgemeinschaftshaus, ein Springbrunnen und sanierte Straßen – das alles kostet viel Geld. Wie kann sich ein Ort wie Klostermansfeld das leisten?
Das sind erhebliche Investitionen. Eine wichtige Grundlage sind unsere Gewerbesteuereinnahmen, die in den vergangenen Jahren gestiegen sind. Dabei hilft uns, dass wir wirtschaftlich breit aufgestellt und nicht allein von einer Branche abhängig sind. Ich führe auch Gespräche mit Unternehmen darüber, ob sie ihren Hauptsitz in Klostermansfeld ansiedeln können, damit die Gewerbesteuer stärker unserem Ort zugutekommt.

Ebenso wichtig ist es, Fördermöglichkeiten konsequent zu nutzen und mit dem Landkreis und dem Land zusammenzuarbeiten. Projekte wie die Chausseestraße zeigen, was möglich wird, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Trotzdem müssen wir bei jeder Maßnahme genau prüfen, was finanzierbar ist.

Was tun Sie als Bürgermeister, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken und den Ort auch für junge Menschen attraktiv zu machen?
Junge Menschen und Familien brauchen einen Ort, an dem sie sich wohlfühlen und an dem im Alltag vieles funktioniert. Dazu gehören eine gute Infrastruktur, eine Schule und eine Kita, sichere Straßen, Spielmöglichkeiten und Räume, in denen man sich treffen kann. Deshalb investieren wir in unsere Straßen. Wir kümmern uns um den Spielplatz an der Grundschule und bauen im nächsten Jahr in der Krausenstraße einen neuen Spielplatz. Auch das Dorfgemeinschaftshaus entwickeln wir weiter. In diesem Jahr haben wir außerdem die Fassade unserer Kita neugestaltet.

Mindestens genauso wichtig sind unsere Vereine und die Menschen, die Angebote für Kinder und Jugendliche auf die Beine stellen. Ich freue mich, dass es in der Verbandsgemeinde nun eine Jugendkoordinatorin gibt. Mit ihr möchte ich besprechen, welche zusätzlichen Angebote wir in Klostermansfeld schaffen können. Demografischen Wandel hält keine einzelne Baumaßnahme auf. Aber wir können dafür sorgen, dass junge Menschen hier gern aufwachsen und später eine Perspektive für sich sehen.

Wie schaffen Sie es als Bürgermeister, das alles zu organisieren? Wer unterstützt Sie?
Organisieren und Verantwortung übernehmen habe ich schon bei der Feuerwehr gelernt. Ich bin seit 45 Jahren Mitglied der Feuerwehr Klostermansfeld und durfte unsere Ortsfeuerwehr 13 Jahre lang als Wehrleiter führen. Zeitweise waren in den verschiedenen Abteilungen mehr als 60 Menschen aktiv. Dazu kamen ein moderner Fuhrpark und eine sehr gute Ausrüstung.

Als Wehrleiter leitet man nicht nur Einsätze. Man ist ein Stück weit Geschäftsführer und Mädchen für alles: vom Toilettenpapier bis zu vollgetankten Einsatzfahrzeugen. Man muss dafür sorgen, dass die Mannschaft zusammenhält und die Feuerwehr jederzeit einsatzbereit ist. Diese Erfahrung hilft mir heute als Bürgermeister sehr.

Das Bürgermeisteramt ist ein Ehrenamt, das sehr viel Zeit beansprucht. Ich habe meine Arbeitszeit im Hauptberuf bei der Feuerwehr reduziert, um Familie, Beruf und dieses Amt miteinander vereinbaren zu können. An erster Stelle danke ich deshalb meiner Familie, die mir oft den Rücken freihält.

Daneben unterstützen mich viele Menschen: der Gemeinderat, die Verwaltung, der Bauhof, das Festkomitee und unsere Vereinsvorsitzenden. Die Zusammenarbeit hat sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt. Alle bringen sich ein, weil sie für ihren Heimatort etwas erreichen wollen. Darauf bin ich besonders stolz.

Worauf dürfen sich die Klostermansfelder 2027 freuen?
Zunächst beginnt das Jahr mit der Bürgermeisterwahl. Die Bürgerinnen und Bürger können entscheiden, ob sie den eingeschlagenen Weg fortsetzen möchten. Auch danach wird es keinen Stillstand geben: Der Ausbau der Ernst- und Kurzen Straße ist ab Anfang 2027 vorgesehen, die Arbeiten an der Siebigeröder Straße beginnen nun auch. Hinzu kommen wieder Kinoabende, der Kindertag, das Dorffest und viele weitere Veranstaltungen.

Eine große Chance liegt im Gewerbegebiet an der B 180. Dort besteht erstmals die Möglichkeit, auf rund zehn Hektar eine größere Ansiedlung nach Klostermansfeld zu holen. Daraus könnten hochwertige, gut bezahlte Arbeitsplätze entstehen. Das Land Sachsen-Anhalt hat bestätigt, dass die geplante Ansiedlung von besonderem Landesinteresse ist. Die Voraussetzungen vor Ort sind gut: Wir haben eine Schule, eine Kita, Einkaufsmöglichkeiten, ein aktives Dorfleben und das Dorfgemeinschaftshaus. Mit der Fertigstellung des Ausbaus der B 180 nahe Quenstedt hat sich unsere Verkehrsanbindung erneut verbessert. Klostermansfeld hat nun zwei Autobahnanschlüsse direkt vor der Haustür, die wir erreichen können, ohne durch weitere Ortschaften fahren zu müssen. Das alles schafft Perspektiven für die Menschen in Klostermansfeld.

Mit welchem Blick schauen Sie in die Zukunft – auf die Bauprojekte, die Bürgermeisterwahl und Ihre Ziele?
Ich schaue zuversichtlich in die Zukunft. Die Projekte, über die wir gesprochen haben, sind wichtige Bausteine dafür. Wir brauchen neue Unternehmen und Arbeitsplätze, damit die Gemeinde Einnahmen erzielen und ihre Aufgaben erfüllen kann, ohne die Bürgerinnen und Bürger künftig immer stärker belasten zu müssen. Bei der Haushaltskonsolidierung kommt schließlich auch die Grundsteuer immer wieder zur Sprache. Deshalb setze ich auf wirtschaftliche Entwicklung und eine funktionierende Infrastruktur.

Dazu gehören die anstehenden Straßenbauprojekte in der Siebigeröder Straße, der Ernststraße und der Kurzen Straße. Auch weitere Straßen werden wir perspektivisch angehen müssen. Zugleich wollen wir das Leben im Ort stärken. Wir haben Bauplätze zu Preisen, die für junge Familien interessant sind, und ein reges Vereinsleben. Wer hierher zieht, soll in Klostermansfeld ein Zuhause finden.

Unsere 2.152 Einwohnerinnen und Einwohner haben es verdient, dass wir ein schönes, gesundes und lebenswertes Klostermansfeld an die nächste Generation weitergeben. Dafür setze ich mich persönlich und politisch mit ganzer Kraft ein. Bei der Bürgermeisterwahl im Januar entscheiden die Menschen, ob sie mir dafür erneut ihr Vertrauen schenken.

Herr Ochsner, vielen Dank für das interessante Interview.