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... ein Regionalbereichsbeamter

Was macht eigentlich...

In unserer Artikelreihe „Klostermansfelder Gesichter - was macht eigentlich …“ möchten wir Ihnen Menschen vorstellen, die in Klostermansfeld wohnen oder arbeiten. Heute zu Gast bei Polizeioberkommissar Christoph Kindeleit, Regionalbereichsbeamter im Regionalbereich Mansfelder Grund-Helbra

Herr Kindeleit, sie betreuen gemeinsam mit Polizeihauptmeister Carsten Kopatz den Regionalbereich Mansfelder Grund-Helbra als Regionalbereichsbeamte. Seit wann sind Sie beide bereits Polizist und als Team Regionalbereichsbeamte?
Mein Kollege Carsten Kopatz ist bereits 36 Jahren Polizeibeamter und seit 31 Jahren im Bereich Klostermansfeld zuständig. Anfangs als Dienststellenleiter der Polizeistation Klostermansfeld, später aufgrund von polizeilichen Reformen auf der Polizeistation Helbra. Im Zuge der Einführung des Regionalbereichsbeamten ist er seit 2015 als Urgestein hier tätig.

Ich feiere nächstes Jahr mein 25-jähriges Dienstjubiläum und bin im vierten Jahr als Regionalbereichsbeamter Mansfelder Grund-Helbra.

Ich bin gekommen um zu bleiben und als fester Ansprechpartner es meinem Kollegen gleich zu machen.


Welche Aufgaben hat ein Regionalbereichsbeamter?
Durch die Präsenz der Regionalbereichsbeamten soll ein schneller Kontakt mit dem Bürger möglich sein und ein größeres Gefühl der Sicherheit vermittelt werden.

Zu unseren wesentlichen Aufgaben als Regionalbereichsbeamte gehört es, Kontakte zu Bürgern, kommunalen Einrichtungen, Begegnungsstätten, Schulen und Kitas u.ä. aufzunehmen und zu pflegen.

Als Regionalbereichsbeamter oder RBB, um die Bezeichnung etwas abzukürzen, wollen wir Bindeglied zwischen allen anderen Polizeidienststellen und dem Bürger sein. Unsere Hauptaufgabe als RBB ist die Prävention, also die Verhütung von Straftaten und Verkehrsunfällen.

Unser Hauptaugenmerk richtet sich hierbei auf unsere Kleinsten und unsere Ältesten, also die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft.

In den Kitas spielt die Verkehrsprävention eine sehr große Rolle. Wir begleiten gemeinsam mit Kitas und Schulen die Kinder beim Kennenlernen des Straßenverkehrs und üben das richtige Verhalten. Das setzt sich dann in der Schule fort und umfasst je nach Alter immer weitere Bereiche. Die Kinder werden heute immer früher mit Smartphone und sozialen Medien konfrontiert, und daraus resultierenden natürlich auch neue Risiken und Gefahren, teilweise schon im Grundschulalter.

Neben den sozialen Medien spielt auch das Thema Gewalt immer wieder eine Rolle.

  • Wenn ich jemanden schubse, kann ich da tatsächlich schon eine Körperverletzung begehen?

Solche Themen nehmen wir in unsere Arbeit in der Gewaltprävention auf und diskutieren sie mit den Kindern und Jugendlichen.

An den weiterführenden Schulen gewinnt der Umgang mit sozialen Medien eine völlig neue Dimension.

  • Kann ich einfach mal ein Bild weiterleiten, obwohl ich weiß, dass es vielleicht nicht ganz so gut ist?

  • Kann sich daraus evtl. ein strafbarer Sachverhalt entwickeln?

  • Was ist Mobbing und mit welchen Konsequenzen?

Das Internet vergisst nicht, passt bitte auf in euren Chats!

Weiter geht es oft mit Alkohol und Drogen, ob das eine Zigarette ist oder die VAPE-Kultur, es ist in Deutschland erst ab 18 Jahren erlaubt!

Und Alkohol als unscheinbare Einstiegsdroge schlechthin wird schlichtweg unterschätzt. Das zeigt sich dann oft im Straßenverkehr, wo oft auch junge Verkehrsteilnehmer unter Alkohol und oder Drogen unterwegs sind. Das ist kein Kavaliersdelikt und kann für Jung oder Alt weitreichende Folgen haben.

Eine wesentliche Aufgabe ist auch die Streifentätigkeit, bei der wir in unserem gesamten Regionalbereich präsent sind, wenn auch natürlich mit unterschiedlicher Intensität in den einzelnen Orten.

Wenn es möglich ist, unterstützen wir in den Gemeinden unseres Regionalbereiches auch bei der Absicherung von Veranstaltungen, bei denen die örtlichen Feuerwehren meist den Hauptteil der Absicherung übernehmen. Wir müssen hier aber auch klare Grenzen setzen, denn die Absicherung solcher Veranstaltungen ist zunächst Aufgabe des Veranstalters, nicht der Polizei.

Natürlich gehört zu unseren Aufgaben auch die Strafverfolgung. Das ist zunächst einmal die Anzeigenaufnahme. Wir hatten bis vor einigen Jahren noch zwei regelmäßige Sprechstunden. Diese sind von den Bürgern jedoch nicht so aufgenommen worden und wir saßen oft in der Dienststelle um die Sprechzeiten abzudecken statt in unserem Bereich unterwegs zu sein. Daher haben wir es bürgerfreundlicher gestaltet.

Wir sind ohnehin immer Ansprechpartner für alle Belange, warum also nicht durch Termine nach telefonischer Vereinbarung flexibler sein?

Wie groß ist Ihr Einsatzbereich?
Es gibt im Landkreis Mansfeld Südharz 11 Regionalbereiche:

  • Eisleben

  • Sangerhausen

  • Hettstedt

  • Seegebiet Mansfelder Land

  • Mansfelder Grund - Helbra

  • Mansfeld

  • Gerbstedt

  • Arnstein

  • Allstedt

  • Goldene Aue

  • Südharz

Unser Einsatzbereich ist die Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra und erstreckt sich auf alle Orte unserer Verbandsgemeinde, also nicht nur Helbra, Benndorf und Klostermansfeld, sondern deutlich darüber hinaus.

Die Zusammenarbeit mit umliegenden Regionalbereichen funktioniert auch sehr gut.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag eines Regionalbereichsbeamten aus?
Einen typischen Arbeitstag gibt es für uns eigentlich nicht, da es durch das breite Spektrum an Aufgaben sehr abwechslungsreich ist. Es gibt geplante Aufgaben und Aufgaben, die sich individuell aus dem Tagesgeschäft ergeben.

Oft ergeben sich neue Ansätze durch die Netzwerkarbeit mit kommunalen Einrichtungen wie Kitas oder Schulen, an denen wir oft präsent sind. Sei es die Schulwegüberwachung oder spezielle Präventionsveranstaltungen für jede Altersgruppe.

Neben der schlichten Streifentätigkeit im Zuge der Prävention mit unserem Streifenwagen habe ich seit zwei Jahren die Möglichkeit, mit einem dienstlich gelieferten Pedelec eine Fahrradstreife durchzuführen. Dadurch kommt man mit dem Bürger ins Gespräch und erhöht das subjektive Sicherheitsgefühl.

Unsere Aufgaben als Regionalbereichsbeamte sind sehr vielfältig und beinhalten ebenso die Mitwirkung in den Bereichen Kriminal- und Verkehrsprävention.

Erinnern Sie sich an einen besonders spektakulären oder lustigen Einsatz?
Mein Beruf macht mir sehr viel Spaß, denn es ist für mich das Beste, was man bei der Polizei machen kann, weil es viele Aufgaben abwechslungsreich vereint. Ich mag den Kontakt mit Menschen. Deswegen ist jeder Tag schön und wenn man zum Beispiel mit Kindern im Rahmen der Prävention zusammenarbeitet, ihnen dadurch hilft, sicherer durch ihr junges Leben zu kommen, erfüllt das einen mit Zufriedenheit.

Besonders schön ist es, wenn man auf der Straße von Kindern mit „Hallo Herr Kopatz, Hallo Herr Kindeleit“, begrüßt wird, selbst wenn man mal nicht mit der Uniform „verkleidet“ ist.

Die Frage, welcher Einsatz besonders spektakulär oder gefährlich war, bekommen wir tatsächlich sehr oft gestellt.

Grundsätzlich ist dies schwer zu beantworten, da jeder Mensch unterschiedliche Wahrnehmungen hat. Was für den einen normal ist, kann für den anderen schon wieder spektakulär sein.

Mir fällt es schwer da einen konkreten Sachverhalt zu nennen.

Da uns unsere Arbeit im Regionalbereich Spaß macht, hat jeder Einsatz die Qualität spektakulär zu werden.

Worüber ärgern Sie sich im Dienst?
Ich ärgere mich wenn wir hin und wieder mit Engstirnigkeit von Bürgern konfrontiert werden, die nur ihre Sicht der Dinge akzeptieren, selbst wenn diese falsch ist. Bei Straftaten gibt es keinen Ermessensspielraum und bei Ordnungswidrigkeiten versuchen wir immer mit Augenmaß zu handeln. Wir verstehen unsere Arbeit als Dialog mit den Bürgern für die Bürger.

Sie sprachen die geänderten Sprechzeiten an? Wie können die Bürger Sie am Besten erreichen?
Für den Kontakt mit uns gibt es viele Möglichkeiten, z.B.

per Handy

Polizeihauptmeister Carsten Kopatz, Telefon 01525 – 9514746

Polizeioberkommissar Christoph Kindeleit, Telefon 01525 – 9509594

per Mail an rbb-mansfelder-grund-helbra@polizei.sachsen-anhalt.de

oder direkt in unserer Dienststelle in Helbra, Hauptstraße 24.

Außerhalb unserer Dienstzeiten können sich die Bürger jederzeit an das Polizeirevier Mansfeld-Südharz unter der Telefonnummer 03475-6700 wenden. Und im Notfall steht natürlich die Notrufnummer 110 zur Verfügung.

Vielen Dank für das Interview!